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Das Latinum

Das Latinum ist ein Nachweis lateinischer Sprachkenntnisse. Wer das Latinum nicht in der Schule erworben hat, kann es nachträglich durch Ablegen der „staatlichen Ergänzungsprüfung zum Abitur“ erwerben, die sich von Bundesland zu Bundesland in ihrem Schwierigkeitsgrad unterscheidet. Die Unterscheidung zwischen „großem“ und „kleinem“ Latinum ist in zahlreichen Bundesländern abgeschafft worden.

Das Latinum ist eine sinnvolle Zusatzqualifikation für eigentlich alle Geistes- und Buchwissenschaften, insbesondere aber für Archäologie, Theologie, Geschichte und Philosophie sowie für romanische Sprachen und Englisch. Mitunter ist das Latinum sogar eine Zulassungsvoraussetzung für diese Studiengänge. Was die Human- und Veterinärmedizin oder Jura betrifft, ist das Latinum heute keine verpflichtende Voraussetzung mehr. Unstrittig gilt für diese Bereiche jedoch unverändert, dass Lateinkenntnisse sinnvoll und auch gefragt sind.

Da die staatlichen Ergänzungsprüfungen in der Regel anspruchsvoller sind als die in der Schule abgelegten Latinumsprüfungen, ist ungeachtet individueller Vorkenntnisse eine intensive Vorbereitung unbedingt notwendig. Es gibt drei populäre Methoden der Vorbereitung:

1. Universitäten und Privatschulen bieten kostenfreie oder relativ günstige Vorbereitungskurse an, die meistens ein bis zwei Semester dauern. Dies ist die übliche Art der Vorbereitung. Allerdings bedarf sie langfristiger Planung und einer gewissen zeitlichen Flexibilität über einen langen Zeitraum.

2. So genannte Intensivkurse finden in der Regel während der Semesterferien statt und vermitteln in wenigen Wochen das nötige Vorwissen für das Latinum. Derartige Kurse kosten jedoch in der Regel mehrere hundert Euro und erfordern eine hohe Belastungsfähigkeit seitens der Teilnehmer. Es ist außerdem schwierig, das auf diese Art vermittelte Wissen langfristig zu behalten. Es handelt sich letztlich um eine Lernmethode, für die sich der Begriff „Bulimie-Lernen“ eingebürgert hat.

3. Die dritte Methode ist die selbstständige Vorbereitung. Sie birgt ein gewisses Risiko, da sie ein hohes Maß an Selbstdisziplin erfordert. Die Vorteile sind die freie Zeiteinteilung und die vergleichsweisen geringen Kosten. Es reicht aus, ein zur Latinumsprüfung zugelassenes Wörterbuch und eine Grammatik zu erwerben. Empfohlen sei an dieser Stelle das herausragende Lehr- und Übungsbuch „Latinum für Studenten“ von Christoph Kuhn und das dazugehörige Buch mit Altklausuren und Musterübersetzungen.

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Topics: Alle Anzeigen, Anglistik / Amerikanistik, Germanistik, Geschichte, Jura, Medizin, Pharmazie, Romanistik, Sprachwissenschaften / Kulturwissenschaften | 2 Kommentare »

2 Reaktionen zu “Das Latinum”

  1. Sven Says:
    Am 31. Mai 2010 um 09:28 Uhr

    Der Hinweis auf Christoph Kuhns Buch ist in jeder Hinsicht gerechtfertigt. Ich habe die staatliche Ergänzungsprüfung 2009 abgelegt und mir eine Vielzahl an Büchern zugelegt. “Latinum für Studenten” war letztlich das einzige, womit ich intensiv gearbeitet habe. Man lese hierzu auch die Bewertungen bei Amazon.de.

    Es ist mir gelungen, mich ohne jegliche Vorkenntnisse in drei Monaten vorzubereiten und in der Prüfung 11 Punkte zu erreichen. Ich kenne allerdings auch Leute, die sich ein ganzes Jahr lang über vorbereitet haben und letztendlich trotzdem durch die Prüfung gerauscht sind. Wichtig ist die Selbstdisziplin.

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  2. Friedrich Says:
    Am 5. Juni 2010 um 13:29 Uhr

    Bin leider durchgefallen, obwohl ich in so einem Vorbereitungskurs war :(

    Das Buch werde ich mir glaube ich zulegen. Mal sehen ob es im nächsten Anlauf dann klappt^^

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